Denis Matsuev

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Le Pianiste


A 38 ans, le musicien fait partie du club restreint de l'élite mondiale du piano. Arpentant les scènes d'un continent à l'autre, dirigeant plusieurs festivals, ce passionné incarne autant qu'il la revendique la grande tradition russe. Une bonne école pour les pianistes, s'il en est, à laquelle pourtant il serait faux de le cantonner. Improvisateur hors pair, Denis Matsuev est aussi un amoureux du jazz. Rencontre avec un personnalité attachante que l'on écoutera cet été en France, à l'Annecy Classic Festival.

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Interview for the "Piano News" magazine (Germany)

Seit dem triumphalen Gewinn des Tschaikowsky—Wettbewerbs im Iahr 1998 zählt der 1975 in Irkutsk geborene Pianist Denis Matsuev zu den absoluten Shooting-Stars seiner Zunft. Die musikalische Begabung wurde ihm gleichsam in die Wiege gelegt: Seine Mutter war Klavierlehrerin, sein Vater Pianist und Komponist. Denis Matsuev ist langst auf allen Konzertbühnen der Welt zuhause und hat sich vor allem mit seinen Interpretationen russischer Komponisten wie Prokofjew und — vor allem — Rachmaninow einen Namen gemacht. Unter dem Titel „Unknown Rachmaninov“ erschien 2007 bei RCA/SonyBMG eine CD mit Weltersteinspielungen interpretiert von Matsuev auf dem originalen Steinway-Flügel des Komponisten. Und seine neue Einspielung von Rachmaninows 3. Klavierkonzert gilt schon jetzt als diskographischer Meilenstein. Dabei hätte gar nicht viel gefehlt, und das ehemalige Klavier „Wunderkind“ wäre nicht Pianist, sondern ein Fußballer geworden.

PIANONews: Herr Matsuev, Sie kommen aus einem sehr musikalischen Haus. Haben Sie Ihre Liebe zum Klavier sozusagen vererbt bekommen?

Denis Matsuev: Ja, natürlich. In unserer Familie waren alle Musiker: Mutter, Vater, Großmutter und Großvater. Eine verrückte Familie. [lacht] Ich komme aus Irkutsk, eine fantastische Gegend in Sibirien, in der Nahe des berühmten Baikalsees. Schlussendlich habe ich mit dem Klavier angefanals ich drei Iahre alt war. Das war eine sehr komische Geschichte, an die ich mich selber nicht mehr erinnere aber meine Eltern haben sie mir erzählt. Als ich im russischen Fernsehen die „Forecast Music" hörte, habe ich diese Melodie sofort auf dem Klavier nachgespielt. Niemand hat mich gezwungen, das zu ‘tun. Da sagten meine Eltern: „Okay!“ Mein Vater ist ein unglaublicher Pianist und Komponist‚ der bis heute mein Lehrer ist. Meine Eltern reisen auch noch mit mir. Mein Leben ist so verrückt, denn ich gebe 165 Konzerte im Iuhr, und so ist mein Tagesablauf wirklich sehr speziell. Viel Zeit verbringe ich in Flugzeugen und dieses Jahr bin ich alleine sechs Mal in den USA gewesen.

PlANONews: Und der Jetlag?

Denis Matsuev: Ich denke ich habe für die Überwindung dieses Zustands ein neues kreiert: Bühnen-Therapie“. Denn wenn ich Konzerte spiele, ist das für mich eine wirksame Medizin. Ich sende meine Energie in Richtung Publikum und bekomme von ihm dann wieder große Kraft zurück. Sicherlich ist ein Jetlag eine schwvierige Suche, doch die Konzerte sind sehr hilfreich für mich.

PIANONews: Sind Sie bei solch einem Mammutplan nicht besorgt um Ihre Gesundheit?
Denis Matsuev: Ich bin auf der einen Seite schon wegen meiner Gesundheit besorgt aber andererseits bin ich auch der Meinung, wenn du etwa Musik aus dem Zeitalter der Romantik spielen kannst, dann kannst du diese Musikrichtung zu deinem Zentrum machen und auf diese Weise für Entlastung sorgen. Jeder Musiker, jeder Pianist hat Schwerpunkte in seinem Repertoire. Horowitz hatte im Laufe seiner langen Karriere mit seinem Repertoire drei herausragende musikalische Höhepunkte erreicht: als er 20, als er 40 und als er 70 Iahre alt war. Manch einer hat vielleicht den ersten musikalischen Höhepunkt mit 12 Iahren. Ich fühle im Moment, dass ich zum Beispiel Rachmaninows Konzert Nr. 3 hundertprozentig spiele. Was in 10 oder 15 Iahren sein wird, weiß ich jetzt nicht. Trotzdem lehne ich neue Anfragen niemals ab, denn wenn Leute mich hören wollen, sage ich selbstverständlich Aber natürlich wird mich die Anzahl von 165 Konzerten pro Iahr in dieser Höhe nicht mein Leben lang begleiten. Das wäre sehr gefährlich. Aber momentan fühle ich mich damit sehr gut.

PlANONews: War Klaviermzzsik als Kind Ihre erste und einzige Leidenschaff?

Denis Matsuev: In meiner Kindheit war ich völlig verrückt nach Fußball. Ich habe selbst Fußball gespielt und war auch Fan. Jeden Tag im Sommer und Herbst war ich draußen und widmete mich diesem Sport. Im Winter spielte ich natürlich Eishockey. Beim Sport habe ich mir als Kind meine Hände dreimal gebrochen das muss man sich mal vorstellen! Aber, Gott sei Dank, ist alles wieder vollstündlg abgeheilt und nie etwas zurückgeblieben.

PIANONews: Treiben Sie immer noch Sport?

Denis Matsuev: Wenn ich heute noch einen freien Tag habe, gehe ich natürlich sofort mit meinen Freunden zum Fußballspielen. Die ersten 15 Jahre lebte ich in meiner Heimatstadt Irkutsk und jeder hat früher zu mir gesagt‚ ich wäre ein “Wunderkind“. Die Stücke habe ich immer alle sehr schnell gelernt und lediglich fünf Tage gebraucht um ein neues Werk einzustudieren. In Irkutsk spielte ich bereits viele Konzerte, was zur Folge hatte, dass man über mich sprach. Aber für mich wur der Fußball trotzdem die Nummer eins.

PlANONews: Wie hat die Musik dann doch noch über den Fußball gesiegt?

Denis Matsuev: Die Stiftung „New Names“ kam nach lrkutsk und suchte neue Talente. Diese Stiftung leistet für begabte Kinder Unterstützung, indem sie ihnen mit Instrumenten Meisterklassen und Konzerten hilft. So war in der Philharmonie in Irkutsk ein Vorspiel. Zur gleichen Zeit hatte ich ein extrem wichtiges Fußballspiel zu absolvieren und habe deshalb gesagt, ich gehe nicht zur Philharmonie, denn ich bin Kapitän des Teams. Doch mein Vater überredete mich dazu, wenigstens noch dem Fußballspiel in die Philharmonie zu gehen und vorzuspielen.

PIANONews: Sie spielten erst Fußball und dann das Klavier‘ vor?

Denis Matsuev: Das Fußballspiel gewannen wir und anschließend ging ich zur Philharmonie und habe dort von Rachmaninow ein Prelude gespielt. Da wollte man mich sofort in die Stiftung aufnehmen und nach Moskau holen. Das war ein historischer Moment in meinem Leben, bei dem mein Vater meinen Widerstand wegen des heimatlichen Fußballvereins gelöst hat, indem er sagte: „Du verstehst das nicht richtig, natürlich gehst du zur zentralen Musikschule nach Moskau, um Klavier zu studieren, denn in Moskau kannst du deine Liebe zum Fußball bei deinen favorisierten Teams live im Stadion zeigen.“ In dem Augenblick hat dieser Satz mein Leben komplett verändert.

PIANONeWS: Wie half Ihnen die New-Names-Stiftung?

Denis Matsuev: Die New-Names-Stiftung war fantastisch. Wir sind in viele Länder gefahren, haben Konzerte gegeben und waren bei den Vereinten Nationen in New York, beim Papst in Rom und im Buckingham Palace in London bei der Queen. Es war eine politische Stiftung, aber für uns war es eine sehr wichtige Erfahrung. denn wir haben die Welt gesehen. Wir hatten jeden nat Praxis auf der Bühne, und so begann ich über meine Berufung im Leben nachzudenken. Ich verstand, dass mein Klavierspiel dem Publikum etwas gibt, und das war wiederum sehr “richtig für mich.

PIANONews: In welcher Traditionslinie der großen Pianisten sehen Sie sich? Richter, Gilels?

Denis Matsuev: Das ist eine sehr schwierige Frage denn beide waren genial und Gilels ist eine spezielle Person für mich. Viele Pianisten kopieren seinen Stil. Auch Rachmaninow und Richter sind wichtige Personen für mich. Ich aber mag das berühmte Zimt von Richten in dem er sagt: „Musik ohne Leidenschaft ist nicht kraftvoll und nicht möglich.“ Ich stimme hier völlig mit ihm überein. Natürlich sagen viele Leute über mich, ich sei der neue Horowitz oder und sicherlich ist das eine große Ehre für mich.

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